Die James-Simon-Galerie am Neuen Museum auf der Museumsinsel

Die James-Simon-Galerie komplettiert die Museumsinsel

Die James-Simon-Galerie komplettiert die Museumsinsel

Bildquelle: Von A.Savin (Wikimedia Commons · WikiPhotoSpace) – Eigenes Werk, FAL

Die neue Vortragsreihe „Netzwerk Museumsinsel“ diskutiert baulich wie auch ideell die Thematik des richtigen Zugangs zu den vielen Einzelmuseen. Baulich wurde der Zugang 2019 mit der Eröffnung der James-Simon-Galerie als zentrales und den zeitgemäßen Publikumsansprüchen entsprechendes Eingangsgebäude neu definiert. Benannt ist das Gebäude nach James Simon (1851 – 1932), einem der größten Wohltäter der Staatlichen Museen zu Berlin.

Architektur verbindet

Der 1993 durch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz ausgeschriebene Architektenwettbewerb erfasste bereits die „Errichtung von Verbindungs- und Ergänzungsbauten“. In dem neuen und sechsten Gebäude sollen sich wichtige Funktionen für Service und Infrastruktur an einer Stelle bündeln. Der 1999 beschlossene Masterplan Museumsinsel bestimmt schließlich den optischen Lückenschluss zwischen Kupfergraben und Neuem Museum. An diesem Platz stand einst ein Gewerbebau, die 1938 abgerissene Schinkelsche Packhofanlage.

Architekt David Chipperfield übersetzt mit seinem Bau das historische Element der auch die Museumsinsel prägenden Kolonnadengänge in eine zeitgenössische, schlichte Form. Dem ankommenden Besucher offenbart sich auf unterschiedlich hohen Ebenen ein transparenter und durch filigrane Stabreihung definierter Körper mit vielfältigen Blicken auf die Fassade des nebenliegenden Neuen Museums. Ein zusätzlicher Bezug zum angrenzenden Pergamonmuseum schafft die Fortsetzung der Architektur über einen hohen Sockelbau. Zwischen dem Neuen Museum und der James-Simon-Galerie liegt der Neue Hof, ein lang gestreckter Freigang und gedacht als Ankunfts- und Orientierungsort. Von hier aus erhalten die Besucher Zugang zu fast allen Bereichen der Museumsinsel. Das Gebäude der James-Simon-Galerie selbst erschließt sich über eine weithin sichtbare, großzügige Freitreppe.

Helle und Großzügigkeit dominieren

Das circa 100 Meter lange Gebäude gliedert sich mit einer Nutzfläche von rund 4.600 Quadratmetern in fünf versetzt liegende Ebenen, großzügig durch Treppen, Foyers und Fahrstühle verbunden. Die hohen Räume geben ausreichend Platz für Bewegung, Sicht und Kommunikation.

Das obere Geschoss empfängt die Besucher mit Kassenbereich, Information, Restaurant und einer Terrasse mit Blick auf das neue Humboldt-Forum. Das darunterliegende Mezzaningeschoss beherbergt Garderoben, Schließfächer, Toiletten und Museumsshop. Auf den weiteren Ebenen finden sich Flächen für Sonderausstellungen und Veranstaltungen, ein Auditorium und Räume zur Ausstellungsvorbereitung. Das Untergeschoss ist für Technik- und Lagerräume reserviert. Aus dem Obergeschoss sind der Rundgang Antike Architekturen im Pergamonmuseum sowie auf der unteren Ebene die Archäologische Promenade mit einer Verbindung zu vier der fünf historischen Häuser direkt zugänglich. Die historischen Zugänge zu den Museen bleiben ergänzend bestehen.

Der in neutralem Perlgrau hell scheinende Bau ist aus Betonwerkstein mit Zuschlägen aus grobkörnigem weißem Marmorsplitt. Die sandgestrahlten Oberflächen nehmen die Optik der Betonfertigteile des Neuen Museum auf. Im Inneren dominieren Sichtbetonwände ohne dekorative Elemente, ein Fußboden aus Muschelkalk und Einbauten aus französischem Nussbaumholz. Die Verwendung von Beton soll die monolithische, fugenlos aus einem Stück ersichtliche Architektur optisch unterstützen.

Architekturpreis Beton 2020

In Würdigung der herausragenden Leistungen um die Architektur und Baukunst und den Einsatz des Baustoffes Beton vergibt das InformationsZentrum Beton in Kooperation mit dem Bund Deutscher Architekten BDA einen seiner Preise der James-Simon-Galerie.