Gebäudesanierungen in Berlin – Gelungen oder verschandelt?

Gebäudesanierungen in Berlin – Gelungen oder verschandelt?

Eine traditionsreiche Stadt wie Berlin hat zahlreiche Gebäude aus den verschiedensten Jahrhunderten, deren Bausubstanz erhalten werden sollte. Viele Mieter schätzen die großen Räume in Altbauten und wollen gerne in solchen Häusern und Wohnungen wohnen. Doch hat erst einmal der Zahn der Zeit an den Bauten genagt, kann eine Sanierung wichtig sein, denn hier sind bloße Schönheitsreparaturen nicht mehr genug. In Berlin und anderen Städten bedeutet dies aber nicht nur, dass sich der Eigentümer solcher Immobilien bei der Sanierung nur nach seinen Vorstellungen richten kann. Es gibt Vorschriften und Vorgaben zu erfüllen, die durch den Gesetzgeber vorgegeben sind.

Die Sanierung kann Probleme aufwerfen

Gerade das Thema „Sanierung“ ist mit verschiedenen Problemen verbunden, denn die Maßnahmen für die Dämmung von Fassaden, welche heute notwendig sind, damit die Kosten für das Heizen sinken können, verändern die Fassade stark und sind bei denkmalgeschützten Gebäuden nicht erlaubt. Die alte Schönheit zu erhalten, ist eine Vorgabe, weil vor allem die vielen Touristen der Stadt gerne das alte Berlin erleben wollen. So ist das Stadtbild von Berlin durch die wertvolle Architekturgeschichte immer ein Grund für Reisende, sich die Landeshauptstadt auf interessanten Besichtigungstouren anzuschauen.

Was aber den Kunst- und Kulturfan erfreut, kann bei der Sanierung nach modernen Maßstäben der Dämmung zu einer Schwierigkeit führen. So kann die Dämmung der Bausubstanz zwar von innen nach neusten Standards erfolgen, aber bei der Fassade muss an den Denkmalschutz gedacht werden. Es gibt Beispiele, bei denen die Außenfassade von Altbauten gedämmt wurde, doch hier ist die Schönheit des Klinkers und anderer Materialien verschwunden.

Damit nach der Sanierung immer noch der Blick des Kenner auf vorzügliche Baukunst der Vergangenheit fällt, hat sich eine Initiative „Gegen die Zerstörung historischer Fassaden durch Wärmedämmung“ gegründet und den Kampf gegen die Vernichtung baulicher und traditionsreicher Baukunst in Berlin aufgenommen.

Mieter sind bei Sanierungen oftmals die Verlierer

Für den Mieter kann die Sanierung von Altbauten zum Problem werden. Denn in der Regel ist alte Wohnsubstanz, auch wenn sie einige Mängel vorweisen kann, immer günstige Mietmasse. Das macht Altbauten für junge Familien mit kleinen Kindern und ebenso für ältere Menschen mit kleinen Renten als Mietobjekt interessant. Doch entschließt sich der Eigentümer zu einer Sanierung, werden die Mieter nicht immer in Jubel ausbrechen. Schon in einigen Regionen von Berlin wurden die alten Mieter im Zuge einer Sanierung vertrieben.

Hierbei geht es nicht nur um Schmutz und Lärm bei der Sanierung, sodass die Mieter kurzzeitig auf andere Mietobjekte verteilt werden müssen, es geht um die Mietkosten nach der Sanierung, die wie Beispiele in Berlin beweisen, auf das Dreifache der bisherigen Miete ansteigen können. Was als eine gelungene Sanierung angesehen werden kann, ist für die bisherigen Mieter manchmal eine Katastrophe, denn so mancher Berliner lebte in seiner Wohnung schon über Jahrzehnte und ist nun gezwungen, sich nach neuem Wohnraum umzuschauen, weil er sich sein altes Zuhause einfach nicht mehr leisten kann.

Das alte Berlin durch Sanierungen zu erhalten, ist eine Verpflichtung für manchen Eigentümer, aber oft mit einigen Problemen verbunden, damit der alte Mieter bleiben kann und der Denkmalschutz gewahrt bleibt.