Das Schauspielhaus am Gendarmenmarkt

Das Schauspielhaus am Gendarmenmarkt

Das klassizistisch erbaute Schauspielhaus befindet sich auf dem Gendarmenmarkt im Berliner Ortsteil Mitte. Es gilt als eines der Hauptwerke des Architekten Karl Friedrich Schinkel und wurde im Jahre 1821 als Königliches Schauspielhaus eröffnet. Von 1919 bis 1945 diente es als Preußisches Staatstheater. Während des Zweiten Weltkriegs erlitt es schwere Schäden und musste rekonstruiert werden. Im Jahre 1984 http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showthread.php?t=1579wurde es nach einer längeren Rekonstruierungsphase wiedereröffnet.

Der Theaterbau basiert auf einem Entwurf Schinkels. Das Gebäude besticht durch seine auslandende Freitreppe, seinen Säulenportikus und wurde auf einen Sockel gesetzt. Der gesamte Bau wurde dreigeteilt, was für den Betrachter bereits auf den ersten Blick ersichtlich ist. Die Seitenflügel dienen als Konzertsaal. Darin befinden sich auch die Proberäume und Garderoben. Der mittlere Teil des Gebäudes besteht aus dem Foyer, der Bühne und dem Zuschauerraum. Der Innenbereich ist reich an Logen und beherbergt den bekannten Königsbalkon. Die Zuschauerplätze sind halbkreisförmig vor dem Bühnenraum angeordnet.

Zwischen dem Berliner und Französischen Dom

Besonders auffallend sind die Figuren der Außenfassade, welche ebenfalls auf Entwürfe von Schinkel zurückgehen. Der Dachfirst wird von Apoll, dem Gott der Künste, bestimmt, welcher auf einem von zwei Greifen gezogenen Gespann thront. Darunter findet sich ein geflügelter Eros wieder, der von heiligen Schwänen und Schlangen umgeben ist. Auch die anderen drei Giebelfelder sind von der antiken Mythologie geprägt: Musik, Tragödie und Komödie.

Am Portikus findet man ein Abbild der Niobe mit ihren sterbenden Kindern – diese mythische Figur steht für die Tragödie. Des Weiteren erblickt man den Triumphzug von Ariadne und Bacchus – ein Symbol für die Komödie, und die Befreiung Eurydikes aus der Unterwelt durch Orpheus. Das Abbild steht für die Musik. Auch die Plastiken der neun Musen finden sich im Portikus und den Seitengiebeln wieder.

Nachdem das Gebäude im Laufe des Zweiten Weltkrieges zerstört wurde, folgte eine lange Phase der Rekonstruktion. Im Innenbereich erhielten die Räume eine klassizistische Dekoration, wofür extra Spezialisten für die notwendigen Stuckarbeiten und Dekormalereien geschult wurden. Der Wiener Musikvereinssaal diente als Vorbild für den Großen Konzertsaal. Im Jahre 1984 erstrahlte das Schauspielhaus in neuem Glanz und wurde fortan als Konzerthaus genutzt.