Das Berliner Olympiastadion

Das Berliner Olympiastadion

Das im Berliner Ortsteil Westend erbaute Olympiastadion ist Teil des Olympiageländes und wurde von 1934 bis 1936 für die Austragung der Olympischen Sommerspiele 1936 erbaut. Das Olympiastadion hat ein Fassungsvermögen von rund 100.000 Zuschauern. Heute dient das Olympiastadion als Heimspielstätte der ersten Fußballbundesligamannschaft von Hertha BSC.

Das Olympiastadion ist der zentrale Bestandteil des Olympiageländes, welches unter anderem auch das Sportforum, das Hockey-Olympiastadion und das Olympia-Reiterstadion beheimatet. Es wurde als Erdstation aufgebaut. Das bedeutet, dass nur der auf zahlreichen Stahlbetonpfeilern gelagerte Oberring über das Erdniveau hinausragt. Direkt gegenüber befindet sich die große Anzeigetafel. Der Tribünenbereich befindet sich im südlichen Bereich des Stadions, in dessen Zentrum damals die Führerloge untergebracht war.

Das olympische Areal vor dem Bau des Stadions

Der Außenbereich weist eine rechteckige Grundform auf, dessen östliche Ecken abgerundet sind. Im Norden grenzt der Außenbereich an das Olympia-Schwimmstadion und im Westen an das Maifeld. Die östlichen Rundungen sind durch Skulpturen geschmückt, welche in den Jahren von 1935 bis 1937 entstanden. Es handelt sich hierbei um den Diskuswerfer und den Stafettenläufer, welche von Karl Albiker entworfen wurden. Auch der Übergang zum Maifeld wird von zwei Skulpturen flankiert. Es handelt sich um den Rosseführer von Joseph Wackerle. Die Olympiaglocke befindet sich westlich des Südtors. Sie war stets ein beliebter Treffpunkt für Besucher, um sich in dem Gewimmel wiederzufinden. Die Olympiaglocke war während der Olympischen Spiele 1936 im Glockenturm befestigt.

Die Baugeschichte des Berliner Olympiastadions

Im Jahre 1909 erbaute Otto March im nördlichsten Ausläufer des Grunewalds eine Pferderennbahn, auf welcher im Jahre 1912 bis 1913 das Deutsche Stadion entstand. Grund hierfür war die Vergabe der Olympischen Spiele im Jahr 1916 nach Berlin. Um die weitere Nutzung des Geländes als Pferderennbahn zu garantieren, ließ March das Stadion als Erdstadion aufbauen. Wegen des Ersten Weltkrieges musst die Olympischen Spiele 1916 jedoch abgesagt werden.

Das nächste Mal wurden die Olympischen Sommerspiele für das Jahr 1936 im Jahre 1931 nach Berlin vergeben. Zunächst wurde angedacht, das bestehende Deutsche Stadion umzubauen. Werner March, Sohn des Architekten Otto March, wurde mit der Planung beauftragt. Doch der neue Reichskanzler Adolf Hitler ordnete im Jahre 1933 den Bau eines neuen Großstadions an und beauftragte hierfür abermals den Architekten Werner March. Mit den von March geplanten Zeichnungen war Hitler nicht einverstanden und gestaltete die Planung nach seinen Ideen um. Das olympische Bauvorhaben gilt als das erste Großbau-Projekt Hitlers. Durch seine Pläne entstand das heutige Maifeld, welches damals als großes Aufmarsch- und Versammlungsgelände geschaffen wurde.

Hitler wollte der Welt mit dem Großbau vorführen, dass das Deutsche Reich unter seiner Hand ein soziales und wirtschaftlich aufstrebendes Land sei. Am 1. August 1936 wurde das Olympiastadion anlässlich der XI. Olympischen Sommerspiele eröffnet.

Im Laufe des Zweiten Weltkrieges fanden in der Nähe des Olympiastadions Kampfhandlungen statt und auf dem Gelände befanden sich nach Ende des Krieges Bombenkrater. Der Glockenturm wurde durch einen Brand zerstört, jedoch im Jahre 1962 wiederaufgebaut. Im Jahre 1974 wurde das Stadion anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft teilüberdacht.

Umbau und Nutzung des Olympiastadions

Zu einem grundlegenden Umbau und einer Modernisierung kam es in den Jahren von 2000 bis 2004. Aufgrund des Denkmalschutzes blieben aber rund 70 Prozent der historischen Bausubstanz erhalten. Das herausragende Charakteristikum des Olympiastadions ist nun sein alle Ränge umfassendes Dach, an welchem eine durchgängige Flutlichtbeleuchtung montiert wurde. Seit 2004 befindet sich eine christliche Kapelle, deren Wände in Blattgold gehalten sind, im Erdgeschoss des Stadions. Nach Abschluss sämtlicher Umbauarbeiten umfasst das Stadion jetzt eine Anzahl von 74.649 Sitzplätzen.

Die offizielle Einweihung des neuen Olympiastadions fand am 31. Juli und am 1 August 2004 mit einer Konzertveranstaltung statt, in welcher bekannte Künstler wie Nena und Pink performten. Im Jahre 2006 war das Stadion Spielort und Endspielort der Fußball-Weltmeisterschaft. Im Jahre 2009 wurden die Leichtathletik-Weltmeisterschaft und im Juli 2015 das Endspiel der UEFA Champions League im Berliner Olympiastadion ausgetragen.

Hertha BSC ist seit der Gründung der Fußball-Bundesliga im Jahre 1963 Hauptnutzer des Olympiastadions und trägt seine Heimspiele hier aus. Auch für Großveranstaltung wird das Stadion gelegentlich vermietet, so etwa für Konzerte oder die Kirchentage. Der bekannte Comedian Mario Barth stellte am 12. Juli 2008 im Olympiastadion mit seinem Liveprogramm einen neuen Weltrekord auf, mit einer Zuschaueranzahl von 70.000. Am 22. September 2011 besuchte Papst Benedikt XVI. im Rahmen seiner Deutschlandreise das Olympiastadion und hielt hier eine heilige Messe ab.